Louisa - Ich bin kein verlorenes Kind

Als Kleinkind ist Louisa adoptiert worden und mit drei Brüdern in einer Berliner Familie aufgewachsen. Ihre schwarze Hautfarbe war zu Hause kein Thema, dennoch erkennt Louisa mit dem Erwachsenwerden immer stärkere Ähnlichkeiten zwischen ihren Brüdern und ihren Eltern ...

 

Louisa fühlt sich wohl in ihrer Haut. Sie hat eine unverklemmte Art, mit Menschen umzugehen und einen besonderen Sinn für Körperlichkeit als Tänzerin einer Samba-Gruppe. Louisa fragt sich, was sie denn von ihren leiblichen Eltern geerbt hat: "Ist meine Mutter noch dunkler als ich? Tanzen meine Eltern genau so gerne wie ich?"

Louisas leibliche Eltern kommen aus Madagaskar, mehr wusste sie nicht. Auf ihre Initiative hin wurden der Vater und die Mutter mit Unterstützung der madagassischen Botschaft gesucht und tatsächlich auch gefunden. Der Vater, den man zunächst für verstorben hielt, ist Geologie-Professor und ihre Mutter arbeitet an einem Gymnasium als Lehrerin . Sie hatte Louisa damals im ukrainischen Kiew während ihres Studiums zur Adoption freigegeben. Danach geriet das Kind in Vergessenheit.

19 Jahre später steht Louisas Reise mit ihrer Berliner Adoptiv-Familie in das Land ihrer afrikanischen Eltern und Großeltern bevor. Louisa ist aufgeregt. Ihre Gefühle schwanken zwischen Glück und Zweifel: Wie werden ihre inzwischen getrennt lebenden Eltern auf ein Wiedersehen mit ihr reagieren? Wird Louisa endlich die ersehnte Ähnlichkeit bei ihrer Mutter finden? Wird sie sich in dem fremden Inselstaat im Indischen Ozean wie eine Madagassin fühlen oder eher wie eine schwarze Deutsche?

 

Film von: Viola Scheuerer, Roberto Manhães Reis

doc., 45 min., © WDR / Cinemanegro GmbH 2011

Ausstrahlung: 6.Oktober 2011, Menschen hautnah, WDR